
Ein historischer Überblick, zusammengestellt von Mitgliedern der Gemeinde in Neu Golm, anlässlich des 600jährigen Bestehens des Ortes im Jahre 2018:
Geschichte der Kirche zu Neu Golm
1418 Erstmalige Erwähnung von Neu Golm als altsorbischer Ort. Wahrscheinlich existierte zu dieser Zeit bereits eine Kirche.
1495 Der aus Feldsteinen erbaute quadratische Wehrturm stammt aus dem Jahr 1495 und ist rund 22 m hoch (zusätzlich Wetterspitze ca. 3m).
Bis 1876 steht in Neu Golm eine rechteckige mittelalterliche Kirche, etwa von der Größe der Rauener Kirche.
1877 Neubau der Kirche als neugotischer Backsteinbau auf kreuzförmigem Grundriss. Der alte Glockenturm bleibt unverändert bestehen.
Auf dem Grundriss lässt sich noch die Form der mittelalterlichen Kirche erkennen (dunklere Färbung).

1960er Jahre bis 1973: Renovierung des Innenraums unter Mitwirkung der Gemeindeglieder. Besonders erwähnt: Kurt Schieche (Maurer) und Schreiner Erpach.
1990er Jahre: Grundlegende Renovierung des Kirchraums nach alten Vorlagen unter Pfr. E. Fichtmüller (Kosten ca 500.000,- DM). Gewölbe bemalt, Bänke und Balken abgeschliffen und neu gemacht. Die Winterkirche wurde durch eine Glaswand im Kirchraum neu geschaffen.
28.9.1997 Einweihung der renovierten Kirche in der heutigen Gestalt.

Altar und Taufstein
Beides wurde in den 1990er Jahren nach einem Entwurf von Manfred Guder aus dem kirchlichen Bauamt in Glas, Stahl und Holz neu gefertigt.
Dabei wurde die Taufe so gebaut, dass die Taufschale aus Zinn aus dem 18. Jahrhundert weiter für die Taufen genutzt wird.
Auch die alte Taufkanne aus Zinn findet noch manchmal Verwendung. Sie trägt die Aufschrift: „Friedensfest vom 30. März 1779 Neu und Altgolm.“
Kronleuchter
Die beiden Leuchter aus Messing entstanden um das Jahr 1600. Sie hängen bis heute in der Kirche und werden in der Christvesper an Heilig Abend angezündet.
Altarbild
Eine Inschrift bezeugt: „Zur Ehre Gottes Weihnachten 1894 stiftete die Familie Schönner Gutsherrschaft zu Alt-Golm dieses
Altarbild“.
Orgel
Die Orgel stammt aus der Orgelbau-Anstalt der Gebrüder Dinse in Berlin und wurde 1878 in die neu errichtete Kirche eingebaut. Sie ist in weiten Teilen im Originalzustand erhalten und dank der Instandhaltung durch Martin Freudenberg (Reichenwalde) in einem vorzüglichen Zustand. Sie hat 6 Manualregister und zwei Pedalregister sowie eine Glocke. Sie wird in den Gottesdiensten an Sonn- und Festtagen regelmäßig gespielt.

Friedhof
Zwei besonders alte Grabsteine von wichtigen Persönlichkeiten:
Königlich Preußischer Hauptmann Gottlob H.E. von Kispel (*1770 + 1825) und Prediger Karl Augustus Israel Otto (+ 1808).
Sie wurden beide zum Erweis besonderer Ehre nahe des Altarraums beerdigt. Ihre Grabsteine befinden sich heute an der Südseite der Kirche.
Geschichte der Kirchenglocken

1917 wurden die die beiden größeren Bronzeglocken für Kriegszwecke eingezogen und eingeschmolzen. Die kleine Bronzeglocke durfte „für Läutezwecke“ bleiben. 1924 wurden zwei neue Stahlglocken angeschafft. Somit läuten heute im Glockenturm:
- Bronzeglocke von 1912 (120 kg)
- 2 Stahlglocken von 1924 (285 kg und 628 kg)